Ökologie und Risiken

Was ist eigentlich eine Inertstoffdeponie?

Bei der geplanten Erweiterung der Deponie Buchs handelt es sich um eine Inertstoffdeponie vom Typ B.

Im Gegensatz zu harmlosen Deponien des Typs A, in denen nur unverschmutztes Aushubmaterial (also Erde und Steine) gelagert wird, dürfen in Deponien des Typs B auch belastete und problematische Stoffe endgelagert werden:

  • Chrom VI, Cadmium, Blei, Arsen, Quecksilber
  • Asbesthaltige Bauabfälle mit gebundenen Asbestfasern v.a. (Eternit)
  • Gemischte Bauabfälle sowie sonstige verschmutze Bauabfälle
  • Unbearbeitete Schlacke (z.B. Elektroofenschlacke EOS)
  • Importe aus anderen Kantonen

Quelle: https://uwe.lu.ch/-/media/UWE/Dokumente/Themen/Abfall_und_Entsorgung/EGI/2017_041_EGI_LU_VeVA_Codes.pdf

Etwas vereinfacht ausgedrückt darf auf Deponien des Typs B alles gekippt werden, was nach heutigem Wissensstand noch nicht als Sondermüll gilt. Wäre das Material harmlos, so würde es auf Deponien des Typs A endgelagert.
 

Gehören solche Stoffe in ein Wohngebiet ? Gehören solche Stoffe in eine Deponie, deren Entwässerung direkt in den Hürnbach erfolgt ?

Bild: Toter Graureiher im Absetzbecken der Deponie Hächlerenfeld, Buchs, 17.März.2018

Wir verlangen vom Gemeinderat, das er kritisch zu diesem Vorhaben steht und seine Gemeindemitglieder schützt! Gelder für die Vereine sind hier ja wohl zweitrangig.

 

Droht uns ein zweites Kölliken?

Kanton und Deponiebetreuer beteuern unermüdlich, dass die gesetzlichen Grenzwerte, beispielsweise beim Schmutzwasser (das permanent aus der Deponie sickert und in den Hürnbach geleitet wird) eingehalten werden.

Auch die ehemalige Deponie Kölliken galt seinerzeit unter Experten als „idealer Standort“. Das daraus entstandene millionenteure Disaster dürfte hinlänglich bekannt sein:

Bericht NZZ: „Der Standort Kölliken galt unter Experten als geradezu ideal“

Die Wissenschaft gewinnt laufend neue Erkenntnisse. Schadstoffgrenzen werden immer weiter gesenkt. Stoffe, die vor einigen Jahren noch als unbedenklich galten, gelten heute als gefährlich und krebserregend.

Was soll geschehen, wenn in einigen Jahren die Boden- und Wasserproben über den gesetzlichen Grenzwerten liegen? Die problematischen Stoffe sind dann unter haushohen Schuttmassen begraben. Eine einfache Sanierung ist unmöglich. Soll der Abfall dann vor Ort wieder ausgebaggert, gewaschen oder umgelagert werden? Und wer trägt die Kosten?

Ausserdem wird die Schlacke aus Kölliken heimlich auf andere Deponien verteilt. Auch zu uns?

 

Kein Abfalltourismus!

Durch die tiefen Transportkosten ist es für Bauunternehmen – gerade bei Grossprojekten – sehr lohnend, Bauschutt auch über weite Strecken zu transportieren, wenn ein Deponiebetreiber die Endlagerung ein paar Rappen günstiger anbietet.

Land für eine Deponie kann in Buchs sehr günstig genutzt werden. Deshalb wird bereits heute aus weit entfernten Gebieten der Schweiz Material auf die Deponie Buchs herangekarrt, weil der Standort offenbar unschlagbar billig ist. Ein Deponiebetreiber in Zürich kann hier natürlich niemals mithalten.

Abgesehen davon, dass diese Transporte ökologischer Unsinn sind – soll Buchs zur Schutthalde des Mittellandes werden, nur weil ein paar wenige Profit daraus schlagen und mit Dumpingpreisen locken können? Bauschutt soll dort deponiert werden, wo er anfällt.

 

Ökologie als Feigenblatt

Die geplante Deponieerweiterung wird vom Betreiber in bunten Farben als wahren Segen für die Natur angepriesen. Beim Betrachten des aktuellen Zustands kann dies nur als zynisch bezeichnet werden.

Die wenigen zaghaften ökologischen Aufwertungsmassnahmen – falls diese dereinst überhaupt ausgeführt werden! – sind ein Tropfen auf den heissen Stein im Vergleich zum jahrzehntelangen Baustellenbetrieb mit Schwerverkehr und zur anschliessenden intensiven Landwirtschaft, die auf den rekultivierten Flächen betrieben werden soll.

Hier entsteht also kein ökologisches Paradies – auch wenn der Deponiebetreiber gerne diesen Eindruck erwecken möchte.

 

Wald und Umwelt

Ein grosses Stück ursprünglicher Wald mit alten Bäumen soll der Deponieerweiterung zum Opfer fallen und komplett gerodet werden – nur, um das Deponievolumen noch ein wenig weiter vergrössern zu können. Ein überaus wertvolles Gut soll Profitgier und Einzelinteressen geopfert werden.

 

Durch die Lage der Deponie im offenen und flachen Gelände ist es unmöglich, ein Verzetteln des Materials ins Umland zu verhindern. Bereits heute liegt Müll in den Wiesen rund um die Deponie und gefährdet Tiere und Umwelt.

    

 

Auch liegen problematische Stoffe offen herum, wie beispielsweise Asbestplatten. Diese werden vor Ort zerkleinert und verdichtet, wobei die Partikel in die Luft und ins Wasser gelangen. Und wir Buchser wohnen gleich daneben!

Bild: Asbestplatten liegen heute schon direkt und offen auf der Deponie. Solche Stoffe sollen in Zukunft noch viel näher am Wohngebiet abgelagert werden !

 

Die in grossen Kippern angelieferten gemischten Bauabfälle können in der Praxis unmöglich restlos sortiert werden. Dies wird bei einem Augenschein auf der Deponie offensichtlich. (Bild: Deponie Hächlerenfeld, April 2018)