25 Jahre Krach und Dreck im Wohngebiet

– ein „optimaler Standort“?

 

Da wohnen Menschen!

Beim Studium des geplanten Projekts reibt man sich die Augen: Keine andere Deponie im Kanton Luzern kommt so nahe an bewohnte Gebiete heran wie die geplante Erweiterung.

Keine Fotomontage: Blick von der heutigen Deponie auf das Dorf Buchs (April 2018)

Bereits heute ist der Deponiebetrieb für die Anwohner deutlich sicht- und spürbar: Die Anwohner blicken direkt in eine offene Deponie. Lärm und Vibrationen, die durch Abladen und Verdichten des Bauschutts entstehen, sind in den Häusern deutlich wahrnehmbar.

Auch die Staubentwicklung ist erheblich (klicken sie auf das Bild, um mehr Bilder zu sehen):

Lärm und Erschütterungen sollen nun noch näher an das Dorf herangeführt werden, und das mehr als zwei Jahrzehnte lang ! Die vom Deponiebetreiber in einer unverbindlichen „Absichtserklärung“ in Aussicht gestellten Schutzmassnahmen werden die Anwohner ganz offensichtlich nicht vor einer derart nahen Deponie schützen können.

 

Der letzte Trumpf wird aus der Hand gegeben

Buchs kann weder mit See- noch mit Bergsicht punkten. Das kleine Dorf bietet weder attraktive Einkaufsmöglichkeiten noch eine besonders dichte ÖV-Anbindung.

Das Kapital von Buchs liegt in einer heute noch weitgehend intakten, grünen Landschaft. Der Hürnbach, der Wolen und die umliegenden Felder sind zusammen mit der geschützten Moorlandschaft des Buchser-Uffikermooses ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Durch die geplante massive Deponieerweiterung wird dieses Landschaftsbild auf Jahrzehnte hinaus zerstört. Die Lebensqualität wird durch den dorfnahen Deponiebetrieb stark beeinträchtigt. Sowohl für die heutigen Bewohner als auch für potentielle Neuzuzüger wird das Dorf unattraktiv. Was Stagnation und Abwanderung für Schulen und Steuereinnahmen bedeuten, braucht wohl nicht speziell erklärt zu werden.

Der Name Buchs wird zunehmend nur noch mit dem Begriff „Deponie“ in Verbindung gebracht werden. Ist es das, was der Gemeinderat unter „attraktiver Dorfentwicklung“ versteht ?

Blick auf das Gebiet der geplanten Erweiterung. Solche Bilder werden für lange Zeit der Vergangenheit angehören, falls die Deponieerweiterung zustande kommt.

 

Wir betreiben keine St.Florians-Politik!

Ein oft wiederholtes Argument lautet: „Jeder produziert doch Bauschutt, irgendwo muss dieser ja gelagert werden.“

Wir verstehen, dass es ein gewisses Mass an Inertstoffdeponien braucht. Ein Standort direkt neben bewohntem Gebiet ist jedoch völlig inakzeptabel und falsch.

Deponien müssen an dazu geeigneten Standorten realisiert werden und nicht dort, wo es für den Deponiebetreiber am einfachsten und billigsten ist, einfach weiter zu wuchern und dabei die Anwohner zu überrollen.

Es gibt im Kanton Luzern aktuell keinen Engpass bei Inertstoffdeponien und genügend besser geeignete Standorte (siehe kantonaler Richtplan hier). Eine Ausdehnung der Deponie Buchs ist deshalb reine Geldmacherei auf dem Buckel der Buchser.

Das Betreiben von Deponien liegt im Kanton Luzern in den Händen von Privatfirmen. Der freie Markt wird also dafür sorgen, dass genügend Deponieraum an besser geeigneten Standorten als an einem Dorfrand zur Verfügung steht – sofern dieser Raum dereinst überhaupt benötigt wird.

 Artikel LZ vom 3. Januar 2018

Das Dorf Buchs hat seine Verantwortung wahrgenommen, seinen Anteil geleistet und hunderttausende von Kubikmetern Schutt aufgenommen. Die geplante Erweiterung in völlig ungeeignetes Gelände geht weit über das zumutbare Mass hinaus. Buchs soll nicht dafür bestraft werden, dass es sein Land für eine massvolle Deponie zur Verfügung gestellt hat!

 

Finanzelles

Die anliegenden Grundeigentümer und die Grundeigentümer mit Sicht auf die Deponie befürchten ausserdem noch finanzielle Folgen. Diese sind:

  • Hypothek: Bei einer erneuten Hypothekverhandung muss der Eigentümer mit einer Abwertung des Objektes rechnen. Zum ermitteln des Wertes eines Objekte spielt das Rating eine wichtige Rolle. Ein grosser Einfluss auf das Rating hat die Beurteilung der Lage (die sogenannte Lageklasse). Hier wird eine Deponie in unmittelbarer Nähe sicher nicht Positiv bewertet! Weniger Wert des Objekts bedeutet für die Bank weniger Sicherheit, was sich schlussendlich auf die Tragbarkeit auswirkt und dies könnte wiederum eine Amortisationspflicht nach sich ziehen.
  • Verkauf einer Liegenschaft: Der Wert einer Liegenschaft bei einem Verkauf ist immer Verhandlungssache. Der Käufer hat hier mit der Deponie einen gewaltigen Trumpf in der Hand, um den Kaufpreis massiv zu drücken! Wie kann man hier als Verkäufer argumentieren? Wer gleicht den Eigentümern diesen Verlust aus?